9. November 2015

Music Monday #6 | Paul Banks - I'll Sue You

Hi ihr Lieben. Ich habe lange mit mir gehadert, welcher Song heute von mir ins Universum entlassen wird. Das stimmt so nicht, weil sie, klar, schon veröffentlicht sind, aber eben nicht von mir in den Zusammenhang des Music Mondays gestellt wurden. Zwei Songs haben gegeneinander gekämpft, zwei Songs, die mir in den letzten Wochen oder eigentlich schon immer, seit ich sie höre, sehr viel mitgegeben haben. Ich hatte mich für einen entschieden, wollte dann doch wieder den anderen, dann konnte ich sie beide nicht mehr hören und am Ende hat mich ein anderer Song dann dazu gebracht, mich doch für den ersten zu entscheiden. Dann habe ich den Text geschrieben und war mir wieder unsicher, ob ich das hier so veröffentlichen will. Ich will. Schluss mit dem Gelaber für jetzt, hier kommt der heutige Song.

 
Paul Banks - I'll Sue You
(Ist es nicht nervig, dass man Youtube-Videos nicht mehr in dieser alten Player-Balkenform einfügen kann? Das war cooler. Ich mag das Foto nicht, I'm sorry.)

I'll Sue You ist so ein Track, dessen Inhalt mir nicht ganz klar ist, den ich aber eigentlich auch gar nicht verstehen will. Lyrics interpretieren war mal so eine Beschäftigung von mir und ich finde es immer noch überwältigend, wenn einzelne Dinge zusammengesetzt plötzlich einen tieferen Sinn ergeben. Dennoch besteht ein Song bei mir meist aus verschiedenen Zeilen, die mich umhauen und der Rest baut etwas drum rum auf, ist aber auch irgendwo ersetzbar. Wie auch immer - Paul Banks schreibt meiner Meinung nach extrem gute Texte, aber auch extrem verwirrende und teilweise verstörende. An der Stelle teile ich eines meiner Lieblingsquotes in diesem Kontext mit euch: "Don't get frustrated, not even Paul Banks understands a song written by Paul Banks."
 
Mein heutiger Music Monday ist aber dennoch oder gerade deswegen eine Ode an Paul Banks. Und Interpol. Auch wenn wir hier keinen Interpol-Song haben und man ein Soloprojekt nie mit einer Band vergleichen kann/soll/darf. Mal ganz abgesehen davon, dass es rein theoretisch auch nicht geht, weil die Musik in einer Band nicht von einer einzelnen Person kommt. (Wenn das doch so ist, geht's oft schief. Miterlebt.) Trotzdem verbindet man das natürlich miteinander. Klar, hätte ich Interpol nicht gehört, hätte ich auch das Soloalbum nicht gehört. Höchstens mal zufällig. Ihr wisst schon.
I'll Sue You fängt erstmal komisch an, ist teilweise am Anfang etwas niederdrückend und dann macht's Boom. (Pregnant.) Am Anfang mochte ich den Song nicht mal. Bis dann ein Part meine Aufmerksamkeit erzwungen hat und mich seitdem auch jedes Mal wieder komplett weghaut.

>>What can I say? You have everything that I want you for
You raised the stakes and that makes these feelings grow stronger
What can I say? You were always my favorite<<

Genau bei diesem Part habe ich immer das Gefühl, mir zerspringt gleich das Herz. Einerseits der Text an sich und andererseits einfach der Gesang dazu. Mir gibt das eine positive Energie, die ich so nur selten erlebt habe. Das geht mir jedes Mal wieder so und deswegen ist der Song für mich zu einer kleinen Hymne geworden. Er erfüllt mich aber auch mit Wehmut. Bittersüß. "You were always my favorite" löst bei mir so einige Gedankengänge aus. Ich denke dabei daran, wie man manchmal gewisse Menschen über andere stellt und dass das falsch ist. Aber auch richtig. Beides. Und was es überhaupt bedeutet. Favorite. Gibt es so jemanden? Gibt es jemanden, der so über einen selbst denkt? 

Wieso ich mich nun doch für diesen Song entschieden habe? Weil er mich den ganzen Sommer über begleitet hat. Weil er jetzt noch fast jeden Tag läuft und mir immer wieder etwas mitgibt. 


Ich habe vorhin noch Leif Erikson von Interpol gehört. Einer der Songs, die einen nicht mehr loslassen. Leif Erikson ist düster, niederschmetternd und doch unglaublich schön. Leif Erikson gibt mir auch Kraft, passt hier aber nicht rein. Leif Erikson erinnert mich an den Sommer, an das Ende einer Ära, an Festivabende. An den strömenden Regen auf dem Highfield. Wir haben uns Wein geteilt, das Gesicht in den Regen gehalten und alles war okay. Das ist mir in dem Moment alles in den Kopf geschossen und nicht nur das, sondern wie Interpol mich dieses Jahr einfach bewegt haben. Wie die Band mich begleitet hat, wie ich so viele neue Dinge kennen gelernt habe, wie ich gewachsen bin. Da Interpol aber nun mal melancholisch und düster sind und einfach nicht mehr oft hier vertreten sein werden - weil ich den Music Monday wirklich für Songs nutzen will, die vielen positiv erscheinen und einfach Spaß machen - muss das jetzt so raus. Weil sich diese Erinnerungen zu einem Gesamtbild zusammenschweißen, an die man denkt, wenn man einen Song oder eine Stimme hört. Weil das eine irgendwie zum anderen führt und sich schwer trennen lässt.

Sooo. Jetzt aber mal beiseite mit dem sentimentalen Zeug. Ich habe seit kurzem wieder meine ganze CD-Sammlung auf dem Laptop und da kommen Songs wieder ans Tageslicht.. Glaubt man gar nicht. Ihr dürft euch also auf viel Abwechslung freuen!

Wer Lust auf einen locker flockigen Start in die Woche hat, dem empfehle ich heute beim Music Monday von Katharina vorbeizuschauen! Entspannter Rap erwartet euch dort heute, auschecken und runterfahren! Habt einen guten Start in die Woche. Eure Maja

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Sehr gerne dürft ihr mir an dieser Stelle eure Gedanken hinterlassen. Ob Kritik oder Lob, ich freue mich über jede konstruktive Nachricht! Seid nett zueinander und bitte seht von Kommentaren, die keinerlei Bezug zum Beitrag haben, ab.
Ich antworte direkt auf eure Kommentare über die Antwortfunktion, lasst euch benachrichtigen oder schaut noch mal vorbei. Habt einen schönen Tag.