19. März 2016

keep on dreaming/ don't stop giving | 24 Stunden Frankfurt

Hello ihr Lieben! Heute möchte ich euch von meinem Trip nach Frankfurt erzählen. Von Vorstellungen, regionalen Unterschieden, miesen Rahmenbedingungen, mal wieder von Primark und allem anderen, das ich mir morgens um fünf noch im Bett mit Blick auf die Skyline überlegt habe.

Bevor wir mit dem Beitrag starten, möchte ich mich an der Stelle für die ganzen Kommentare der letzten Woche bedanken! Ich habe mich über jeden Einzelnen sehr gefreut und vor allem darüber, dass die letzten beiden Beiträge bei euch so gut ankamen! :) Leider war die Woche auch total vollgepackt bei mir und ich war nur an einem Tag überhaupt am Laptop (!), so dass ich sie erst mit Verspätung veröffentlichen konnte.. Allerliebsten Dank an euch! Nun aber zum Thema Frankfurt :)



Meine Hin- und Rückreise verlief absolut problemlos mit der Bahn, was man einfach betonen muss, wenn es so ist. Ich hatte bisher immer meine Fahrkarte und Reiseverbindung abfotografiert, um zu wissen, wann ich wo ankomme, ob ich noch schlafen kann und wo ich eigentlich hinlaufen muss. Vor diesem Trip aber habe ich mir den Reise Navigator als App auf's Handy geladen, mit dem Gedanken, dass ich ihn schnell wieder löschen würde, weil ich Speicherplatz brauche und anti bin, ganz einfach. Mich hat die App aber wirklich überzeugt, obwohl ich die meiste Zeit nur eine Funktion benutzt habe. Man kann sich einloggen und seine aktuellen Tickets anschauen, inklusive Verbindungen, Details, Reservierungen, Haltestellen, wo man gerade ungefähr ist.. Es war toll, es war hilfreich, ich empfehle die App weiter. Man kann dort auch Verbindungen checken, was im Browser immer irgendwie nervig ist und länger dauert, hat also auch weiterhin einen Nutzen.

Fun Fact: Auf der Strecke Würzburg - Frankfurt gibt es einige Tunnel und einer davon kann einen Zaubertrick. Die Sonne scheint, es ist warm, ihr fahrt in den Tunnel, ihr kommt aus dem Tunnel raus, der Himmel ist dunkelgrau, es ist frisch. Every time.


Frankfurt, oh Frankfurt. Auf mich hatte die Stadt immer einen Reiz, einfach weil Frankfurt nur so Stadt schreit. Mainhattan, die Wolkenkratzer, die Skyline, der Main, die Zeil. Es lässt sich rational wohl gar nicht erklären, aber Frankfurt war in meinen Augen etwas Besonderes, das ich nicht kannte. Weil ich es nicht kannte?

I didn't have a dream because I don't believe in them

Eine kleine Ernüchterung war das dann vor Ort schon. In 24 Stunden lernt man keinen Ort kennen und sowieso will ich diese kurze, auch aus anderen Gründen beeinträchtigte, Wahrnehmung nicht als einzig wahren Eindruck annehmen. So ganz dreamlike war's nicht. Irgendwie groß, irgendwie aber auch nicht. Schöne Häuser, aber große Gebäude, die man so gar nicht wahrnimmt. Sehr viele Menschen. Ein bisschen Schmutz, aber okay. Eine wunderschöne Aussicht, traumhafter Main, Blutflecken auf dem Bürgersteig. Worauf ich eigentlich hinaus will, ist mir selber noch nicht ganz bewusst. Frankfurt hat mir an diesem Tag nicht das Gefühl gegeben, das ich mir erhofft hatte. Es hat mich nicht umgehaun. Der Nachteil, wenn man nur 24 Stunden die Heimat verlässt. Rückblickend fasziniert mich diese Stadt immer noch und wahrscheinlich sogar noch mehr als davor. Nach dieser Erfahrung finde ich meine Hood merkwürdig. Irgendwas ist da auf jeden Fall passiert und ich vermisse es doch irgendwo jeden Tag.

Regionale Unterschiede? Es gibt etwas, das mir extrem aufgefallen sind. In dieser Großstadt, die so vollbepackt mit Menschen ist, sind die Leute ziemlich gechillt. Außer sie stehen im Porsche an der Ampel. Dann nicht. Jeder Münchner würde durchdrehen. Auf dem Weg stehen bleiben? Kein Ding! Langsam gehen? Hey, why not! München ist extrem hektisch, konsequent angespannt, immer auf dem Weg. Nürnberg gliedert sich so ungefähr in der Mitte ein und da stehe auch ich. Deswegen war ich vom kompletten Gegenteil in Frankfurt sehr überrascht und leider auch manchmal genervt. In dieser Metropole, in der das Geld zuhause ist, schlendern die Leute langsam durch die Straßen.. Man glaubt es kaum.


Wir haben in einer Jugendherberge übernachtet, die circa 45 Minuten Fußweg vom Bahnhof und 30 Minuten von der Zeil entfernt ist. Der Schrittzähler hat irgendwas von 15 Kilometern erzählt, ich bin unterwegs mit Gepäck öfters gestorben, aber es war vollkommen okay. Der Ausblick war phänomenal, das Preis-Leistungsverhältnis in Ordnung und deswegen werde ich hier auch nicht auf Kritikpunkte eingehen.

straight to hell

Unser erster Weg führte uns dann direkt zur Zeil. Die Wege waren einfach zu finden, alle Wege führen nach Rom oder über den Main. Riesige Einkaufszentren, Altstadt, Frankfurt hat von allem etwas. (Wir hatten sehr interessante Vergleiche.. "Hey hier sieht's aus wie in Leipzig! Hannover! Bielefeld! :D) Drei Punkte standen auf der Liste: Lush, Primark, Douglas.

Wir wollten zum Lush in der Zeilgalerie, die sich nach endlosem Suchen als halbleeres Gebäude entpuppte. Laden geschlossen. Hätte man vorher nachgucken können, aber wer denkt an sowas? In der Galerie hat die liebe Maja dann auch beschlossen, sich auf den Boden zu setzen und apathisch vor sich hinzustarren, da sie dachte, sie würde vielleicht in Ohnmacht fallen. Ich war nicht gesund, als ich mich auf den Weg gemacht habe, bin es immer noch nicht und das war leider ein großer Haken an der Geschichte. Der erste Besuch im Primark war die Hölle und auch bei Douglas war mir der Ausgang einfach viel lieber als die immensen Theken. Zu viele Leute, Gedränge, heiß kalt, ich wollte ins Bett. Leider, leider, leider. Nach einer Pause in der Herberge und warmen Getränken ging es mir viel besser und ich denk' mir schon, wär ich mal vorher so schlau gewesen. Aber mir haben diese wenigen Stunden auch sehr viel mitgegeben. Wärme, Gespräche, Ruhe, aus dem Fenster schauen, Lachen..

Dann ging es aber natürlich wieder zur Zeil und wir haben nochmal bei Primark Halt gemacht. Umtausch-Alarm. Etwas fitter habe ich mir auch zwei Dinge mitgenommen, zum unschlagbaren Preis natürlich. Das Phänomen Primark ist trotzdem nicht wirklich meins und ich habe für mich auch irgendwo festgestellt, dass ich lieber in Ruhe in der Heimat einkaufen gehen möchte. Meine Einkaufsliste ist ja jetzt nicht wirklich abgearbeitet worden, ne.



Einmal habe ich mir diesen weißen Pulli für 10 Euro mitgenommen. Mir gefällt der Stil unglaublich gut, das Muster, die Reisverschlüsse. Das Oberteil wertet jedes Outfit auf, muss aber nicht schick wirken. Gefällt mir momentan sehr, sehr gut!



Tja. Erst vor kurzem habe ich euch erzählt, dass Joy Division eine bedeutende Band für mich sind. Nicht nur für mich, auch für den Handel. Im Kleiderschrank eines fortgeschrittenen Hipsters wird man wohl ein Shirt von ihnen finden, da das Cover von Unknown Pleasures eine Augenweide ist. Irgendwo ist es nervig, irgendwo aber auch cool, weil ich mir so auch ein Shirt holen konnte. Dieses wirklich schöne Exemplar kostet 5 Euro (!) und ist mit den nur angedeuteten Ärmeln wie für den kommenden Sommer gemacht.

Im Anschluss sind wir einfach durch die Straßen spaziert, ohne Ziel, im Kreis, zur Entspannung. Und da haben wir wieder einen Punkt, der einfach perfekt war. Ich stelle es mir auch toll vor, im Sommer am Main zu sitzen oder entlang zu wandern, man muss ja fast wiederkommen..

let it go 


Warum bin ich eigentlich nach Frankfurt gefahren? Da kann's eigentlich nur einen Grund geben.. Musik, of course. Wer errät, um welche Band es sich handelt (ihr findet im Beitrag Hinweise..), gewinnt Ruhm und Ehre und vielleicht fällt mir noch was ein.

"Ich werd' zu alt für den Mist!"

Der Satz des Abends, wenn man von kreischenden Teenies umgeben ist. Ich war schon wirklich lange nicht mehr auf einem Konzert, auf dem der Männeranteil so klein war. Normalerweise befindet sich der pogende Mob immer in gefährlicher Nähe, aber dieses Mal war die Gefahr ausschließlich für die Ohren. Was nicht schlimm ist, denn ich hätte vielleicht auch geschrien, wenn ich gekonnt hätte. Wir hatten was zum Schmunzeln und da ich sowieso die schlimmste Fangirl-Vergangenheit habe, werde ich mich wohl nie drüber lustig machen. Der Anteil an Handys in der Luft, war dann aber doch irgendwo grenzwertig, aber es gehört halt heutzutage dazu. (Wenn ich selber gute Bilder fabriziert hätte, würd's mich wohl nicht SO nerven. Honest) Im Großen und Ganzen war es ein sehr entspannter Abend mit einem chilligen Konzert, das an diesem Tag einfach genau richtig war.


First it just threw me off, now I'm just moving on

Was das wohl Allerallerallerwichtigste an dem Spaß war: Keine Sekunde für schlechte Gedanken. Also jetzt neben "mir geht's soo schlecht, ich brauch sofort ne Bettdecke". Am Tag vorher noch war ich ziemlich runter mit den Nerven, gestresst, belastet, wie immer. In Frankfurt war alles vergessen. Es gab keinen Stress, keine Hektik, keine Sorgen, keine Gedanken, die dich auffressen, obwohl sie's nicht sollten und die ganze Aufmerksamkeit nicht wert sind. Es waren sehr schöne 24 Stunden, es war eine gute Reise, ein spannendes Abenteuer, ein lohnender Trip, ich würde es sofort wieder machen. Ich möchte diese Leichtigkeit in mir behalten, bis zum nächsten Mal.. Der Abschied und das Ankommen, es ist großartig und schrecklich.

 ❤ Eure Maja

1 Kommentar:

  1. Super schöne Fotos! :)

    Liebste Grüße <3

    http://thisissophiex.blogspot.de

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