30. Mai 2016

endlich angefangen aufzuhören. #montagsgedanken

Der Beitrag zum Montag. Heute spät und anders, aber wohl trotzdem passend.

lauf schon so lang, nur weiß nicht wohin

Wenn ich an das letzte Jahr zurückdenke, sticht vor allem ein Gefühl heraus. Stress. Ist Stress ein Gefühl? Für mich ja. Dieses komische, unangenehme Ziehen in der Magengegend (nüscht mit Schmetterlingen hier), eine Nervosität, die sich im ganzen Körper ausbereitet, Anspannung. Laufende, schreckliche Anspannung. Ich hatte eigentlich nie ein Problem mit Stress, viel mehr konnte ich damit am besten funktionieren. Irgendwann wurde daraus aber nicht mehr dieser treibende Druck, sondern der Zwang der Rastlosigkeit. Ich muss noch das, das, das, das und das machen und zwar am besten schon gestern. Obwohl ich eigentlich nicht will? Oder doch? Nur durch diesen Gedanken "Du musst" ging bei mir viel Freude verloren. Meine eigenen Gedanken haben mich in einen Kreislauf getrieben, der mich nicht mehr zur Ruhe kommen ließ. Selbst, wenn einfach mal ein freier Tag war, der Kopf war nie leer. Ruhelos und nervös. Angespannt, fast schon ängstlich. Der Druck kam nie von außen, immer nur von innen. Die Zeit ist abgelaufen.


Entschleunigung. Ein Thema des 21. Jahrhunderts, das jetzt auch zu mir durchgedrungen ist. Ich brauche Entschleunigung. Die kleinen Momente genießen und nicht mehr an eine Uhr, Likes oder Pflichten denken. Der Ernst muss raus, zumindest ein wenig. Die Gedanken sollen treiben, nicht mehr rotieren. Wie geht das aber? Tja, keine Ahnung. Es ist nicht so, dass ich den Beschluss gefasst habe, ab jetzt alles anders zu machen und mich radikal zu verändern. Das funktioniert nicht. Viel mehr sind es die kleinen Schritte. Die Gedanken nicht verdrängen, aber weniger zulassen, ausschalten. "Warum sollte ich überhaupt jetzt über diese Nichtigkeit nachdenken?"
Die Dinge, die gleich getan werden können, auch gleich tun. Ich finde Prokrastination irgendwo ziemlich belastend. Tu es gleich oder du wirst es nie tun, ist in den letzten Wochen zu einem Mantra für mich geworden. Es ist viel einfacher aufzustehen und anzupacken anstatt zu denken, denken, denken, dass man das tun sollte, dann später tun muss und wie soll man alles überhaupt jemals schaffen?
Den Druck, sich selbst präsentieren zu müssen, abschalten. Das finde ich wohl am schlimmsten in den Zeiten des Internetbooms. Ich bin nicht meine Reichweite und mein Erfolg basiert nicht auf Followern. Und wenn ich nicht möchte und keinen Spaß daran habe, muss ich es nicht tun, nur um weiterhin zu funktionieren. Um in ein System zu passen, das keine Niederlagen akzeptiert und dessen Oberflächlichkeit manchmal abstoßend ist.
Es gibt nichts, wovor ich wirklich Angst haben müsste. Die Angst kommt nur aus dem eigenen Kopf und ist wohl meist komplett unbegründet und doch ist sie immer da. Macht diese Gedankenrotation Sinn? Bringt sie überhaupt irgendwas? Nein. Aber genauso lautet auch die Antwort auf die Frage, ob sich das abschalten lässt. Aber der Weg ist das Ziel.

Lange Rede, kurzer Sinn. Endlich angefangen aufzuhören. 

Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche. Habt eine schöne Zeit. Eure Maja

Kommentare:

  1. Wahnsinn, liebe Maja, dieser Text...!

    Dieses innere Flirren, diese Unruhe und Rastlosigkeit kenne ich nur zu gut. Es sind irgendwie tausend Gedanken und doch keiner greifbar. Gedanken, die da sind, wenn man aufsteht, wenn man unter der Dusche steht, wenn man ins Bett geht, immer ist diese Anspannung da. Sie lassen einen verkrampfen, verspannen, manchmal möchte man schreien, weil man endlich will, dass dieses konstante Summen, dieses Schwirren aufhört. Weil es nicht greifbar ist, weil man nicht weiß, woher es so richtig kommt, man nicht weiß wie man es abstellen kann. Die nächste Ruhephase ist nicht in Sicht und das macht einen nur noch verrückter.

    Ich hatte schon einige solcher Phasen, meist wenn es um große Entscheidungen ging, das war dann quasi die Vorahnung. Wenn ich mit mir selbst nicht zufrieden war, etwas aufgeschoben habe. Wusste, etwas steht bevor, das ich vermeiden wollte. Im Moment geht es mir auch gerade wieder so, aber auf einem etwas niedrigerem Level als sonst. Ich konnte das für mich vorher schlecht in Worte fassen, in deinem Text finde ich wieder.

    Mit deinem Beitrag hast du etwas Negatives in etwas sehr Schönes verwandelt.

    Alles Liebe und viel Kraft für alles!
    Katharina ♥

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    1. Boah, Word Word Word. Ich finde ja auch, dass es mir gar nicht gelungen ist, das irgendwie zu beschreiben, aber dein Absatz trifft das total auf den Punkt. Wahnsinnig gut. Also nicht, aber ja. Irgendwo kann man sich auch immer total schlecht vorstellen, dass es anderen auch so geht bzw. merkt mans ja den Leuten auch einfach nicht an..

      Ich möchte dir ganz herzlich danken und wünsche dir auch nochmal alles Liebe und viel Kraft! Hat mich sehr bewegt! <3

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