30. September 2016

EXIT | Album Of The Month

Hello ihr Lieben! Heute möchte ich mal wieder die Gunst der Stunde nutzen und euch Musik aus meinem Alltag näher bringen. Im letzten Monat hat mich besonders ein Album begleitet, dessen Titel bereits die ausschlaggebende Zusammenfassung bringt. Exit. Was, wer, wie, warum?


Mein Album des Monats September ist "EXIT" von Chakuza. Chakuza klingt erstmal abschreckend, zumindest ging es mir bis vor kurzem noch so. Irgendwas mit Bushido im Hinterkopf und das ist vielleicht dann nicht die Musik, mit der ich mich identifizieren will. Oder? Man wird immer wieder eines besseren belehrt, wenn man offen bleibt. Im Mix der Woche auf Spotify hatte ich einen Track des Albums und Boom. Faust meets Auge oder mehr Faust meets Magengrube.

Meine derzeitige Moment-Playlist nennt sich Exit. Noch bevor ich das Album kannte, war das die Beschreibung für den aktuellen Zustand, für die Musik in meinem Leben. Man könnte vermuten, dass es dabei nicht sonderlich fröhlich zugeht und das entspricht auch den Tatsachen. So verhält es sich auch mit der Platte EXIT.

laut.de sagt dazu: "Vom reinen Rapper-Dasein entfernt er [Chakuza] sich ganz bewusst und experimentiert mit neuen Klängen, die sich wohl am ehesten dem Indierock-Bereich zuordnen lassen.
"EXIT" sollte man nicht einfach so nebenbei dudeln lassen. Die Texte erfordern genaues Hinhören und befördern einen auf beeindruckende Art und Weise in dieses dunkle Loch aus längst vergraben geglaubten Erinnerungen, die einen beim Erwachsenwerden zwangsläufig ereilen.
"EXIT" stellt den Werdegang eines Künstlers dar, der von Selbstzweifeln und Melancholie geprägt ist, über die Musik aber zu sich selbst findet. Auf diesem Weg hat er keine Angst vor der schonungslosen Offenbarung seines Innenlebens."

//all das zwischen nicht mehr enden wollenden tagen. man sitzt im rollenden wagen mit einer bombe im magen. voller passagen und stories, die dann wohl keiner erfährt. denn nur von sorgen zu schreiben ist diese scheiße nicht wert.
anstatt frühling oder blümchen wartet hass vor der tür. so vieles macht mich wütend, doch ich kann nichts dafür. so viele dinge, die mich stressen ohne pause. und nicht eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, es sind 1000. kleine dinge.
ich zieh' los und liege vorher in der semperoper. lieder voll des lobes, bitte spiel' mir das vom tod.//

Melancholie ist für mich das Schlüsselwort bei dieser Platte. Man fühlt sich nicht besonders freudig, wenn man die Songs hört, der Blick geht meist zurück und doch endet es nicht in der Kategorie Selbstmitleid. Viel mehr ist EXIT für mich ein verarbeitendes Werk. Wo Chakuza die Dinge aus seinem Leben verarbeitet, funktioniert das auch bei den Hörern. Also mir in diesem Fall, haha. Erstmal muss es richtig weh tun, bis es wieder gut werden kann. Erstmal muss man eintauchen, bis man wieder auftauchen kann.



//sag mal, was fragst du mich? wie geht's mir wohl? irgendwie bin ich am arsch, diese sache mit tränen und so. ich dachte immer, niemand kann die nuss knacken. nun hab ich immer wiederkehrende vermissungsattacken.//

Dunkel-Hell war der erste Song, den ich gehört habe und gleich der Volltreffer. Stichwort Liebeskummer, etc etc. Über das Thema wurden wohl bisher die meisten Songs geschrieben und doch ist es krass schwer wirklich gute zu finden. Geht zumindest mir so. Irgendwas passt da immer nicht und es muss das richtige Feeling treffen und wow. Dunkel-Hell ist für mich in der Hinsicht schon ein kleines Meisterwerk, das aber tatsächlich noch auf dem selben Album getoppt wird.

OFF ist meine absolute Nummer Eins aus EXIT. Wut und Melancholie, eine gewisse Unfähigkeit, das danach. Dabei ist der Track aber trotzdem nicht todtraurig, sondern geht nach der Schwere doch immer wieder zurück in das erträgliche Maß. Schwer zu erklären, aber ganz großes Kino.

//denn du kriegst es nicht in den kopf. ich krieg dich nicht aus'm kopf.
weniger sorgen, würd' ich dich ermorden, vielleicht morgen. denn wegen dir ist sicher mal die spitze des doms in löln gefroren. kein hallo, denn du sollst von mir aus so krass in der hölle schmoren.
tetzt kommen die prolos, und meinen: "oh, schwuli ist traurig" und ja genau das stimmt auch, das bin ich auch. unglaublich.

wie wollt' ich dich nennen? ach fick dich doch. du bist nur die stimme aus dem off. wo du warst ist jetzt ein loch. ich lösch' dich aus dem kopf.//


Ob man den F-Part jetzt gut findet, ist wohl Geschmackssache, meinen trifft er komplett. Chakuza behandelt aber nicht nur das leidige Thema mit dem Herzen auf EXIT, sondern noch so viel mehr. Erfolg, Veränderung, das Gestern, die Tür muss vielleicht erst zugehen, damit sie aufgehen kann. Textlich grandios und auch stimmlich wohl gar nicht das, was man stereotypisch erwarten würde. Definitiv mehr als einen Hörer wert, vor allem in Zeiten des Umbruchs.

Vielleicht war ja etwas für euch dabei? Lasst es mich gern wissen. Ich wünsche euch schon mal ein wunderbares Wochenende! x Maja

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