21. November 2016

von herzschmerz, wien & dem langen weg zurück. | musicmonday#48

Hello ihr Lieben! Der heutige Music Monday soll kein klassischer werden, im Sinne von ich gebe euch einen Song, der die Motivation in den Tag bringt, sondern viel mehr einer, der eine Geschichte erzählen soll. Auch wird er insofern nicht wie die anderen, als dass ich euch gleich noch ein paar Eindrücke aus Wien mit hineinpacke, was man als Teil der Geschichte ansehen kann, oder eben nicht. Zwei Songs sollen uns hindurch begleiten und dabei ist es mir das Wichtigste, dass am Ende die Hoffnung steht und der Glauben an das Gute, auch wenn es unvorstellbar erscheint. Wie ein Konzeptalbum, nur anders. Spoiler: Es könnte pathetisch werden, es könnte sprunghaft werden, es könnte ein Ausschnitt werden, der es nicht in den Film schafft.

vienna november 16
Take me to Loveland
And no one's gonna find me
Cause I'm leaving this old place
I don't care

Wien war verregnet, grau, ein November, wie er im Buche steht. Und trotzdem hat das der Vielfältigkeit und der Schönheit der Stadt keinen Abbruch getan. Wien war einfach da, ohne aufdringlich zu wirken, ohne den Zwang dies und das zu sehen und zu tun, mit Möglichkeiten oder einfach dem Trost liegen zu bleiben. Mit Menschen, die ihren Weg gehen, ihr Leben leben und dich das Gleiche tun lassen.



Milky Chance könnte jedem ein Begriff sein, da das Duo mit Stolen Dance recht oft im Radio lief und sogar mir irgendwie unter gekommen ist. Stolen Dance hat einen Text, der unter die Haut geht und damit weit oben landet, den Track an sich kann ich aber absolut nicht mehr hören, zumal er auch einfach nur die Spitze des Eisbergs darstellt. Wenn man sich so umhört, dann ist das natürlich immer geschmacksabhängig und sowieso von der Situation, aber auf dem Debütalbum Sadnecessary finden sich Songs, die den einen oder anderen Musikliebhaber umhauen könnten. Allein der Titel hat bei mir ein Gefühl ausgelöst, das gar keinen Widerstand möglich gemacht hätte, als sich genauer damit zu beschäftigen.

vienna november 16
Nothing's too far
I handle that
Oh trust me
When we're leaving this old place
I don't care

Wien hat bei mir nicht den Eindruck einer Touristenstadt hinterlassen, obgleich das natürlich auch einfach am Monat liegen kann. Zumal man dort auch Deutsch spricht, fühlt man sich dort wie in jeder anderen Stadt auch, nur, dass es scheinbar ohne Stress und Hektik zugeht. Ein Ort um Ruhe zu finden und sich berieseln zu lassen. Ein Ort, an dem man klarkommt, wenn man nicht klarkommt.

Die Stadt vereint Stile unter sich, hat aber vor allem den Altbau-Charme, den ich so gerne mag. Besonders aufgefallen sind mir die kleinen, versteckten Bars und Clubs, die man in Ecken findet oder zu denen man hinabsteigt. Angemerkt sei auch noch das Ampelsystem, das mir besser gefällt als hier in Deutschland. Es ist tatsächlich möglich die Ampel noch zu sehen, wenn man hält, Grün blinkt bevor es umschaltet. Das U-Bahn-System fand ich völlig ohne Ortskenntnisse etwas undurchschaubar, kein Vergleich mit London.

vienna november 16
It's like she has flowers in her hair
And you have flowers in your mouth
Cause your heart is upside down
And you get dizzy just of her charisma
She will love you like a twister

You'll be swept away
You'll be swept away

Der Track von Sadnecessary, der mich komplett zerlegt, ist Loveland. Loveland kann am Anfang auf unzählige Arten interpretiert werden und sowieso klingt der Titel doch einfach nach etwas Gutem. Take me to loveland. Darin steckt Sehnsucht und darin stecken große Gefühle. Die rohe Akustik, die raue Stimme hinterlassen dabei einen bitteren Beigeschmack, der im Chorus voll und ganz aufgeht und einfach nur zerstört.

"The chorus adds an entirely new element to the song, before the chorus is played this song could be mistaken for an upbeat, happy song about love. However, once this part is heard, it shows that the mood of the song is quite the opposite." [x]

vienna november 16
Like we were so so soo so sooo in love
Like we were so so soo so sooo in love
And we were, and we were so in love

Loveland ist für mich so ein Lied, an das ich nur denken, es nicht mal hören muss, um eins mit dem Regen zu werden. Eine leichte Traurigkeit spürt jeder darin, den einen kümmert es, den anderen nicht. Loveland war wochenlang die Hintergrundmusik im Leben, Teil einer jeden Autofahrt und jetzt stellt sich die Frage: Ist das mein Schmerz oder habe ich ihn nur übernommen? War er schon immer da? War es gut oder war es die Hölle? War es die Wahrheit oder von vorneherein eine perfekte Lüge?

Vorgenommen habe ich mir, mir nie wieder von jemandem Musik zerstören zu lassen, aber wer hätte gedacht, dass mich die Musik von jemand anderem zerstören wird? Was bleibt ist die Frage, ob es sich lohnt, es über sich ergehen zu lassen, darin aufzugehen oder ob es absolut keine Wirkung hat? Wo ist der Anfang und wo das Ende? Welche Geschichte ist die Wahre und welches Gesicht das Echte?

And we were, we were
So in love

vienna november 16
Wien hat mir gezeigt, dass es keinen Unterschied macht, wo man ist. Dass man seinen Kopf immer dabei hat und dass man nach fünf Stunden auf der Autobahn genauso durchdrehen kann wie in den eigenen vier Wänden. Dass Menschen unterschiedliche Wahrnehmungen, Empfindungen, Wünsche und Ziele haben. Dass sie manchmal einfach nicht vereinbar sind, aber man das so hinnehmen muss. Dass alles vorbei geht, dass es überall schön und schrecklich sein kann.


Der Kreis soll sich mit Feathery schließen.

vienna november 16
And I will try
Try to hold you
With my arms around your heart
Even though love is going to kill me
I will try

Der Blick nach vorne, an den man sich immer erinnern muss und der manchmal so schwer fällt. Er muss da sein. Und irgendwann wird es auch wieder stimmen. Es geht immer weiter, jetzt gerade, auch wenn es sich nicht danach anfühlt.

Einen unglaublich schönen, kreativen, tiefsinnigen Beitrag zum Montag findet ihr heute wieder bei Katharina. Poesie, Ruhe, die genau richtige Prise an Nachdenklichkeit ohne dass es zur Schwermut wird, untermalt von leichten Gitarren- und Mundharmonikaklängen.

Ich hoffe der Beitrag hat euch gefallen und auf irgendeine Art die Atmosphäre vermittelt, die ich so gerne weitergeben würde. Lasst mir gerne eure Gedanken da, welcher Art sie auch sein mögen. Habt eine gute Zeit und passt auf euch auf. x Maja

Kommentare:

  1. Wow, Wow, Wow. Krass, großartig!!! Ich liebe die Worte und vor allem auch die tollen nass-grauen Wien-Fotos, die einfach nur mit perfekt das ganze Innere widerspiegeln. Trotzdem hoffe ich, du hattest doch irgendwie auch eine gute Zeit dort.

    Loveland ist der Hammer!!!! Genau meins, wie du dir sicher vorstellen kannst. Dieses raue, einfache - Gitarre umgeschmissen, Seele ausgekotzt, Gesicht kurz verloren, weiter gehts - liebe, liebe, liebe ich. Alter! Ich verrate dir sicher kein Geheimnis, wenn ich dir sage, dass Milky Chance auch bei mir als Entwurf abgespeichert ist. Im Hinterkopf hat sich zudem irgendeine Verbindung mit Leipzig eingebrannt, ich konnte die aber grad echt nicht mehr nachvollziehen. Irgendwann habe ich dann noch mal in die Songs gehört und aus einem unerfindlichen Grund beschlossen, dass sie mir zu seicht, soulig und Mainstream waren. Da frag ich mich grad ernsthaft, was zur Hölle ich damals nur gehört habe und ob die überhaupt von ihnen waren. Definitiv Sadnecessary-Zeiten.

    Ja, der Anker muss einfach irgendwo sein, wenn auch nur gewollt und in der Fantasie. Deine Songauswahl der letzten Zeit lässt zumindest lässt auf eine Veränderung schließen. Und Veränderung heißt doch immer vorwärts oder?

    Alles, alles Liebe! For ever and ever!
    Katharina 💜

    P.S.: Liebster Award bei uns und so. 😉

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    1. Trifft sich total, oder? Irgendwie war's schon so Faust meets Auge, aber ich hab in Wien halt einfach null gespürt - diesen Stadtvibe, die Faszination, null. Die Stadt ist schön, aber da war einfach nichts. Ansonsten war's erträglich, aber mehr halt leider auch nicht :/ Ich bin schrecklich, haha.

      Ja, oder? Das ist auch das, was ich daran liebe. Der Song ist eine Knallernummer, auch oder gerade weil er so herzzereißend sein kann..
      Ganz blick ich jetzt nicht durch, Milky Chance oder Malky? :D

      Ich bin mir ja tatsächlich nicht sicher, ob Veränderung wirklich vorwärts heißt.. Manchmal geht's vielleicht auch gar nicht anders, um irgendwie klar zu kommen und das ist zwar der Schritt in die richtige Richtung, aber nicht wirklich weiterführend.. Idk.

      Hab's grad erst gesehen - danke!! Werde ich mitmachen <3
      So much love <3

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  2. Aaaaah, jetzt weiß ich den Grund: Ich hab sie wohl mit Malky aus Leipzig verwechselt. Hach. Peinlich.

    Ein Gutes hat das Ganze: Wieder rein gehört. Und doch für ganz gut befunden...

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