5. Dezember 2016

more than music | der november in songs part II

Hello ihr Lieben! Wie letzte Woche versprochen, soll es heute den zweiten Teil meiner Neu- und Wiederentdeckungen in Sachen Musik aus dem November geben. Im ersten Part waren wir ja, zugegebenermaßen, etwas - ja, was eigentlich? - traurig unterwegs? Sauer? Depressiv? Sagen wir einfach, im unteren Gefühlslevel. Heute wollen wir einen Schritt weiter gehen und uns der Musik widmen, die uns da wieder rausziehen kann oder zumindest in eine andere Richtung blicken lässt. Enjoy.


III. Frank Carter & The Rattlesnakes - I Hate You


"This track is for that one person, that single person in your life that keeps you going and pushing forward just so that you can hang on long enough to see them fall. We've all got that person, so listen to this song and take a minute to enjoy how much you hate them."

Geil, oder was? Den Track hat mir eine Freundin gezeigt, nachdem ich ihr erzählt habe, was so in den letzten Wochen passiert ist und das sagt uns schon sehr viel. Ein Track, der den Hass frönt, aber auf eine liebenswerte Art und Weise. (You're a useless fcking cunt - liebenswert, jap, Maja) Recht roh gehalten, im Vordergrund die Stimme mit diesem wunderbaren Akzent und einfach ganz viel in-your-face. Eigentlich ist mir das alles schon fast too much, denn so richtig mit Hass hab ich's schon lange nicht mehr (hasst ihr jemanden?), aber übertreiben hilft manchmal. Man fühlt sich besser, in jeder Hinsicht. Für mich ist der Song ein bisschen das Adäquat zu "Du bist scheiße" von Sido, was ich ab und zu sehr gerne sehr oft hintereinander höre. Man muss zu seinen Sünden stehen.

You are nothing
You are nothing to me

I don't ever wanna feel like anything I do ever had a fucking resonance or meant a thing to you
I fucking hate you
Yeah I hate you
It makes me violently angry when I see you alive
You're a fucking mistake, you're an embarrassment mate
You think you're funny and you're clever but you're just a disgrace


IV. 65daysofstatic - Unmake The Light Wild | Radio Protector 


Wie steht ihr zu instrumentaler Musik? Ohne Gesang? Ohne Text? Für mich ist der Text eigentlich das wichtigste am ganzen Track, ich bin ein Lyrics-Junkie, ich liebe brechende, raue Stimmen und was, wenn das plötzlich weg ist? Kann das funktionieren? Es kann. Es kann sogar extrem gut funktionieren. Man ist scheinbar allein mit den Instrumenten, man wird von ihnen angetrieben und kann seine ganz eigenen Bilder im Kopf sehen. Man ist völlig unbeeinflusst, keine Worte fallen, nur die Musik lässt etwas entstehen.

65daysofstatic haben diese Form der Kunst scheinbar perfektionisiert. In mir lösen die Tracks, vor allem Radio Protector, viel aus, das mit Antrieb und Veränderung zu tun hat. Musik für eine Schwelle, auf der man steht. Die den Weg nach vorne ebnet, die in ihrer Dramatik zeigt, dass es etwas bedeutet. Wunderbar, um sich darin zu verlieren und wieder zu finden. Unmake The Light Wild ist etwas trübsinniger, aufwühlender in eine andere Richtung, für mich beschreibt die Musik ein Ende und nichts als das.

V. The Strumbellas - Spirits


Der letzte Song ist so untypisch typisch - ein Radiolied. Ich hasse sie, aber manchmal lassen sie sich nicht so einfach hassen. Radio steht bei mir mittlerweile nur noch in Verbindung mit Autofahrten und ist dabei so unberechenbar. Denn klar, im Radio läuft immer das Gleiche, aber manchmal kommt ein Song morgens um fünf, mit dem du jetzt absolut nicht gerechnet hättest und der dich trifft wie ne Botschaft aus dem Jenseits, aus dem Himmel oder woher auch immer. So Momente, die so viel an Bedeutung gewinnen, die man nicht vergisst und die man vielleicht auch nie verstehen wird.

I got guns in my head and they won't go
Spirits in my head and they won't go
I got guns in my head and they won't go
Spirits in my head and they won't go

Spirits ist ein Track, den ich so oft gehört habe, meistens auf dem Weg ins Ausland und diese Fahrten geben mir immer so ein spezielles Lebensgefühl. Klar, dass man dann auch die Songs damit in Verbindung bringt. Für mich war seit jeher der Chorus das, was mich am meisten angesprochen hat, jetzt ist es aber der Part kurz vor Ende, der mich kriegt.

And I don't want a never ending life
I just want to be alive while I'm here
And I don't want a never ending life
I just want to be alive while I'm here
And I don't want to see another night
Lost inside a lonely life while I'm here

Ich bin mir nicht sicher, ob ich diese Zeilen beschreiben kann oder ob ich das überhaupt will. Manchmal kommt man völlig unvermittelt zu irgendwelchen Überzeugungen, nach denen man ewig gesucht hat ohne es zu wissen. Und manchmal ist es einfach gut, sie gefunden zu haben und nicht zu teilen. Weil es das gar nicht braucht.

But we're all strange
And maybe we don't wanna change
||And maybe we don't wanna stay the same

Katharina lässt uns heute einfach mal den Moment genießen, die Vorfreude, auf die noch besseren Tage oder die schönen Erinnerungen, die auch nach Jahren noch nicht bitter schmecken. All das in locker leichtem Indie-Folk. Zu hören und lesen hier.

Der November ist vorbei und alles ist im Umschwung. Ich wünsch euch alles Liebe für das, was kommt.
Eure Maja

Kommentare:

  1. Achtung, ich hole jetzt mal etwas länger aus.

    Frank Carter. Alter, ich dachte vom Text her nicht, dass es mir gefallen würde. Zu viele Aggressionen, cunt, Gewehrgeballer, nix für mich. Aber gerade am Anfang des Songs ist die Wut göttlich. Der britischen Akzent ist für mich die Krönung: fa-i-ce, ma-i-te. Schöne Wahl, da merkt man definitiv die Distanz zu den Gefühlen.

    65daysofstatic. Man, ich bin immer auf der Suche nach Instrumental-Kram. Kann ich nämlich auch an einem Tag hören, an dem ich genug von Stimmen habe. Der Song kann einen echt zum Heulen bringen vor lauter Weltschmerz. Hinterher fühlt man sich aber immer besser. Das Album ist schon gekauft. Übrigens auch schön, diese Seite von Maja kennen zu lernen. <3

    Strumbellas. Meide ich, bin ich ehrlich. 1.50min habe ich aber durchgehalten, sei stolz auf mich. Is halt zuckersüß. Ja, hat so ein Marc Foster-(Sido?)-"Au Revoir"-Moment: Faszination einer Stadionhymne.

    Ich nehme heute wieder extrem viel mit. Nicht nur Musik, sondern auch das Wissen, dass es bergauf geht. Das ist schön!

    For ever and ever <3
    Katharina






    "im unteren Gefühlslevel" - Der Kracher! Werd

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    1. Hat der Kommentar irgendwie ne versteckte Botschaft, die ich finden muss? :X

      Ja, oder? Mir ist der Hass ja auch bissl zu krass, wobei ich gegen so ein gut gesetztes cunt im Song nichts einzuwenden habe, haha. (Das ist übrigens so ein Thema mit dem ich mich momentan etwas beschäftige, wie so Beleidigungen aufgenommen werden und welche Rechtfertigungen es so gibt. Spannend.)

      Magst du? Okay, merk ich mir. Freut mich sehr! :) Ich finds immer ganz schwer mit dem Zeug umzugehen und grad beim Nochmalhören war's jetzt auch nicht so angenehm. Hach ja.

      Ich bin stolz! Sehr! :D

      Danke <3 <3

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  2. Versteckte Botschaft, nein. Die letzten Musikbeiträge waren einfach sehr düster, was nichts schlechtes ist. Im Gegenteil ich ziehe für mich aus solcher Musik tausend mal mehr als aus Gute-Laune-Songs.

    Dieser Beitrag geht für mich demgegenüber deutlich in die positive berg-auf-Richtung. Wut (wie bei Frank Carter) ist psychologisch gesehen eine Weiterentwicklung, zunehmende Distanz vom Ereignis und so. Strumbellas auch sehr positiv. Mehr wollte ich nicht sagen, wenn das die Frage war. Und note to myself: Nie wieder am Tablet Blog-Kommentare schreiben.

    <3

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